Prompt Engineering: Wie du mit ChatGPT & Co. optimale Ergebnisse erzielst
Prompt Engineering ist die Kunst, generativen AI-Tools wie ChatGPT, Gemini oder Claude die bestmöglichen Ergebnisse zu entlocken. Denn je besser der Prompt, desto besser die Antwort. Wie Prompt Engineering funktioniert und welche Tipps und Tricks dabei helfen.
Das Wichtigste in Kürze
- Prompt Engineering meint, AI-Tools wie ChatGPT, Claude oder Gemini klare Anweisungen zu geben.
- So sparst du Zeit, erzielst bessere Ergebnisse und optimierst deine Arbeitsabläufe.
- Beginne mit klaren Anweisungen an die AI-Tools und nutze erprobte Methoden wie das COSTAR-Framework.
- Folge unseren einfachen Tipps, experimentiere selbst und bleibe stets klar und prägnant.
Hast du schon einmal Siri einen Sprachbefehl gegeben oder eine Adresse in Google Maps eingetippt? Dann hast du bereits gepromptet. Denn ein Prompt ist eine Aufforderung an eine Künstliche Intelligenz, eine bestimmte Aktion auszulösen. Simple Prompts gehören zu unserem Alltag, solche an generative KI-Tools wie ChatGPT, Gemini, Copilot oder Claude verlangen jedoch einiges mehr – gerade im beruflichen Kontext. Hier hilft Prompt Engineering.
Was ist Prompt Engineering?
Prompt Engineering ist die Fähigkeit, einer KI/AI eindeutige Anweisungen zu geben. Ziel ist, dass das AI-Tool möglichst genau versteht, was du erwartest – gute Antworten sind dann kein Zufall mehr. Mit Prompt Engineering sparst du also Zeit und verbesserst die Genauigkeit der generierten Inhalte.
Das Spannende an Prompt Engineering ist, dass du mit Computern wie mit anderen Menschen kommunizieren kannst: Denn generative KI-Tools basieren auf Natural Language Processing (NLP) und sind deshalb in der Lage, menschliche Sprache zu verstehen – und Ergebnisse auch in unserer Sprache auszugeben.
Warum ist es wichtig, Prompt Engineering zu lernen?
KI ist bereits fester Teil unseres Arbeitsalltags und verändert die Art und Weise, wie wir arbeiten. Effektiv und ethisch korrekt mit AI-Tools zu arbeiten, gehört deshalb zu den wichtigsten Zukunftskompetenzen. Prompt Engineer ist bereits ein eigene Jobrolle und die Fähigkeit des Prompt Engineerings auch in vielen anderen Jobrollen gefragt. So berichtet die Job-Börse «itjobc.ch», dass gerade grosse Technologieunternehmen mit KI-Fokus und spezialisierte Start-ups Stellen als Prompt Engineer ausschreiben.
Insbesondere wenn du in den folgenden Bereichen arbeitest, profitierst du von qualitativ hochwertigem Prompt Engineering:
- Content Creation: AI-Tools liefern mit spezifischen Prompts qualitativ hochwertige Entwürfe und Ideen für Werbetexte, Produktbeschreibungen oder Blogbeiträge.
- Softwareentwicklung: Entwickler generieren mit Prompt Engineering Codebeispiele oder ganze Codeblöcke, die sie in ihren Projekten verwenden können. Sie lösen auch Programmierprobleme mit Hilfe von KI-generierten Verbesserungsvorschlägen.
- Design: Konzepte und Entwürfe im Grafik-, UX- oder UI-Design entstehen auf Basis guter Prompts.
- Forschung und Bildung: AI-Tools übernehmen mit den richtigen Anweisungen die Literaturrecherche und erstellen hilfreiche Tutorials und Übungen.
- Kundenservice: Eigene virtuelle Assistenten und Chatbots dienen dank hochwertigem Prompt Engineering als erste Anlaufstelle bei Kundenanfragen.
Wie funktioniert Prompt Engineering?
Um einen guten Prompt zu erstellen ist die richtige Technik entscheidend. Prompt-Engineering-Techniken sind Strategien, mit denen du deine Anweisungen entwirfst und strukturiert. Jede Technik geht die Aufgabe anders an und enthält unterschiedlich viel Anleitung und Komplexität.
Eine Auswahl an gängigen Techniken:
- Few-Shot-Prompting: Hierbei gibst du der KI ein paar Beispiele, um die Aufgabe zu veranschaulichen.
- Chain-of-Thought: Ermutige die AI, ein Problem Schritt für Schritt zu durchdenken.
- Meta-Prompting: Hierbei soll die KI eigene Prompts generieren, bevor es sich der Aufgabe widmet.
- Self-Consistency: Die KI soll mehrere Lösungen für dieselbe Aufgabe liefern.
- Role-Based: Das AI-Modell soll eine bestimmte Rolle einnehmen.
- Retrival-Augmented Generation (RAG): Prompts werden mithilfe von RAG mit externen Dokumenten oder Datenbanken verknüpft.
Hilfreich für gute Ergebnisse sind spezifische Frameworks. Sie funktionieren wie ein Baukasten und bieten dir dank fester Merkwörter eine gute Struktur für deine Prompts. So kannst du dem AI-Tool strukturiert sagen, was du von ihm erwartest und erhältst das bestmögliche Ergebnis. Es gibt diverse Frameworks für Prompt Engineering, wir stellen dir zwei beliebte vor.
Framework RACE
RACE eignet sich vor allem für Alltagsaufgaben und strukturiere Arbeitsabläufe.
| Role | Welche Rolle nimmt die KI ein? |
| Action | Was soll die KI tun? |
| Context | Welchen Hintergrund braucht die KI? |
| Expectation | Wie soll die KI liefern? |
Framework COSTAR
COSTAR ist ein umfassendes Framework für komplexe Aufgaben mit präzisen Ergebnissen im beruflichen Bereich.
| Context | In welchem Kontext steht deine Aufgabe? Welche Informationen und Daten darfst du mit der KI teilen? |
| Objectiv | Welches Ziel verfolgst du? |
| Style | In welchem Stil soll das Ergebnis verfasst sein – zum Beispiel kreativ, journalistisch oder wissenschaftlich? |
| Tone | Welchen Ton soll die KI anschlagen – förmlich, locker, einfühlsam? |
| Audience | Wer ist deine Zielgruppe? |
| Response | Soll das Ergebnis eine Präsentation, ein Bericht oder eine Analyse sein? |
4 Tipps für gute Prompts
Unabhängig davon, ob du ChatGPT und Co. mit einem Prompt Framework fütterst oder nicht: Die folgenden Tipps helfen dir, die Fähigkeiten von generativen AI-Tools optimal zu nutzen.
- Beginne einfach
Formuliere deinen ersten Prompt simpel. Denn anders als bei der Google-Suche kannst du mit dem AI-System interagieren und deine Anweisungen später mit mehr Kontext, Details und komplexeren Wünschen ergänzen. Je detaillierter deine Anfrage im Laufe der Konversation wird, desto passendere Ergebnisse erhältst du am Schluss. - Formuliere klar und prägnant
Formuliere deinen Prompt detailliert, aber vermeide unnötigen Ballast. Auch wenn du dem KI-System Fragen stellen kannst, erreichst du mehr, wenn du klare Anweisungen gibst. Bitte das KI-System, etwas zu erstellen, zu übersetzen, zu strukturieren oder zusammenzufassen. - Experimentiere
Die Fähigkeiten von AI-Tools sind für uns alle neu und entwickeln sich schnell. Nimm die Herausforderung an und probiere verschiedene Eingabemethoden aus. - Sage nicht, was du nicht willst
Formuliere positive Prompts und sage, was du erwartest. Wenn du Infos erhältst, die du nicht willst, kannst du das AI-System in einem zweiten Schritt bitten, diese zu entfernen.
Beispiel: Prompt Engineering in der Anwendung
Anhand eines Beispiels zeigen wir dir, wie du mit dem Framework COSTAR einen guten Prompt erstellst und so von der KI ein Ergebnis erhältst, dass dir wirklich weiterhilft.
- Context: Wir vertreiben hochwertiges Zubehör für Smartphones in unserem Online-Shop. Für den Advent planen wir eine exklusive Rabatt-Aktion. Es gibt 10 Prozent auf das gesamte Sortiment, auf ausgewählte Artikel 30 Prozent. Die Aktion gilt zwischen dem ersten und zweiten Advent.
- Objective: Schreibe einen verkaufsstarken Newsletter. Er soll auf die Aktion aufmerksam machen und sie direkt zum Klick in den Onlineshop bewegen.
- Style: Modernes E-Commerce-Copywriting. Kurze, knackige Sätze, klare Call-to-Actions.
- Tone: Begeistern, nahbar, exklusiv.
- Audience: Newsletter-Abonnentinnen und -Abonnenten.
- Responce: Ein fertiger Newsletter-Entwurf bestehend aus drei alternativen Betreffzeilen, einer kurzen Vorschau, einem Hauptteil mit Anrede, Teaser, Rabatt-Highlight, drei Produktvorteilen/Beispielen, Call-to-Action und einem kurzen Nachsatz zur Verstärkung der Dringlichkeit.