Adobe Express: Funktionen, die du kennen solltest
Adobe hat viel Energie in die Verbesserung und Erweiterung von Adobe Express investiert. Doch wird das Tool auch den Ansprüchen von kreativen Fachleuten und Quereinsteiger/innen gerecht? Und wie! Erfahre jetzt, warum Adobe Express ein unverzichtbares Werkzeug ist, wenn du digitalen Content professionell gestalten möchtest.
Das Wichtigste in Kürze
- Adobe Express kombiniert Social-Media-Design, Videoerstellung und plattformübergreifende Content-Planung in einem Tool.
- Dank der integrierten Firefly-KI kannst du die Erstellung deiner Assets beschleunigen.
Adobe Express bietet dir eine umfassende Palette an Funktionen, die gezielt entwickelt wurden, um die Erstellung und Verwaltung digitaler Kommunikationsinhalte zu verbessern. Besonders hervorzuheben ist die Fähigkeit, hochwertigen Content für soziale Medien zu generieren, sei es in Form einfacher Beiträge, beim Videoschnitt oder bei der Erstellung anspruchsvoller Reels mit Animationen.
Aus dem Werkzeug für schnelle Social-Media-Grafiken ist seit der ersten Fassung dieses Artikels eine Plattform geworden, die Video, KI-Funktionen und die Planung der Veröffentlichung abdeckt. Dieser Artikel zeigt dir die Abläufe, die sich im Alltag bewähren und benennt die Stellen, an denen Canva oder die grossen Adobe-Programme die bessere Wahl sind.
Planung leicht gemacht
Ein weiterer bedeutender Vorteil von Adobe Express ist die einfache Zusammenarbeit für Content-Teams, Marketingabteilungen und Grafikdesigner. Die Projektverwaltung ermöglicht durch das Freigeben einzelner Ordner, Brandings und Bibliotheken ein gemeinsames Arbeiten an unterschiedlichen Projekten.
Ein praktischer Terminkalender steuert die Veröffentlichung von Inhalten direkt auf den jeweiligen Plattformen und ermöglicht so eine redaktionelle Planung auch für verschiedene Projekte.
Der Content Scheduler bedient Instagram, Facebook, X, Pinterest, LinkedIn und TikTok. Seit August 2026 kannst du auch für YouTube planen und direkt veröffentlichen. Im kostenlosen Plan verbindest du ein Konto je Kanal, im Premium-Plan bis zu drei.
Markenauftritt über alle Kanäle gewährleisten
Kreative Teams haben die Möglichkeit, konsistente Designs zu erstellen, die im Einklang mit der Corporate Identity ihrer Marken stehen. Dies gewährleistet einen einheitlichen Markenauftritt über alle Kanäle hinweg.
Über die Integration von Adobe Firefly entstehen KI-gestützte Bilder, Illustrationen und Videos direkt im Layout. Farben, Schriften, Logos und Gestaltungselemente legst du in einem Brand Kit ab, auf das alle Beteiligten zugreifen.
Nützliche Zusatzfunktionen von Adobe Express
Neben den Kernfunktionen bietet Adobe Express auch verschiedene nützliche Zusatzfunktionen. Du kannst beispielsweise Flyer und Plakate erstellen, die sich in deine Marketingkampagnen einfügen. Die Vielfalt der Importoptionen, die PDF-, PowerPoint- sowie gängige Bild- und Videoformate umfasst, unterstützt die Flexibilität bei der Arbeit an unterschiedlichen Projekten.
Zudem bietet Adobe Express eine Vielzahl von Schnellaktionen an, die aus den High-End-Tools von Adobe wie Photoshop, Premiere, Acrobat und InDesign stammen. Dazu zählen das Entfernen von Bildhintergründen, das Anpassen und Konvertieren von Video- und Bildgrössen, die Konvertierung von Videos sowie die Möglichkeit, Charaktere mit Sprache zu animieren. Auch die Bearbeitung und Zusammenführung von PDF-Dokumenten ist möglich.
In Kursen gibt meist nicht eine einzelne grosse Funktion den Ausschlag. Es ist die Menge der kleinen. Jemand entdeckt den QR-Code-Generator, jemand anderes die Sprachanimation und beide rechnen im Kopf nach, wie oft sie das im Jahr brauchen.
Video: vom langen Clip zum Social-Format
Video ist der Bereich, in dem sich Adobe Express am weitesten von seinem Ruf als Vorlagenwerkzeug entfernt hat. Du arbeitest auf einer Zeitleiste, schneidest Szenen an den Anfassern zu, ordnest sie neu und legst Musik darunter. Text, Grafiken und Icons bekommen eigene Einblendzeiten, dazwischen setzt du Übergänge. Tempo und Lautstärke lassen sich pro Szene anpassen, der Hintergrund einer Person auch im bewegten Bild entfernen.
Zwei Dinge sparen im Alltag die meiste Zeit. Das eine sind die automatischen Untertitel. Die Spracherkennung arbeitet im Deutschen zuverlässig, und wo sie bei ähnlich klingenden oder genuschelten Wörtern danebenliegt, korrigierst du den Text direkt in der Zeitleiste. Das andere ist die Formatanpassung: Ein Beitrag im Hochformat wird auf Knopfdruck zum Quadrat und zum Querformat und du rückst nur nach, wo es klemmt.
Aufnehmen kannst du direkt in Adobe Express, über die Webcam oder als Bildschirmaufnahme. Für ein kurzes Erklärvideo aus dem Homeoffice brauchst du keine zweite Software.
Mehrspurige Tonmischung, Farbkorrektur über mehrere Clips und komplexe Keyframe-Animation bleiben dagegen bei Premiere Pro. Adobe Express ist auf Beiträge ausgelegt, die diese Woche rausgehen. Genau dafür ist es schnell.
KI in Adobe Express: was heute funktioniert und was nicht
Was kann Adobe Express mit KI?
Der grösste Teil der KI-Funktionen sitzt dort, wo du ohnehin arbeitest, nämlich direkt im Layout. Du erzeugst ein Bild per Prompt und ziehst es in den Rahmen. Du erweiterst ein Foto, das für das Hochformat zu knapp ist. Du entfernst eine Mülltonne aus dem Hintergrund, die beim Shooting niemand gesehen hat.
Für mehrsprachige Schweizer Unternehmen ist die Übersetzung die interessanteste Funktion. Adobe Express übersetzt Texte direkt im Layout in über 50 Sprachen, mit wählbarer Tonalität und passt die Schrift an, wenn Zeichen fehlen oder der Platz knapp wird. Pro Durchgang wählst du bis zu 20 Zielsprachen. Aus einer Vorlage werden so Deutsch, Französisch und Italienisch, ohne dass du dreimal dasselbe Layout baust.
Wer tiefer in die Bildgenerierung einsteigen möchte, findet die Hintergründe im Artikel «3 Jahre Adobe Firefly: vom KI-Hype zum Profi-Tool».
Was funktioniert auf Deutsch noch nicht?
Hier lohnt sich der Blick ins Kleingedruckte, und der steht selten in den Ankündigungen. Der Clip Maker, der aus langen Videos automatisch kurze Social-Clips schneidet, arbeitet derzeit nur auf Englisch. Die Funktion «Generate Presentation» ist auf Englisch und Französisch beschränkt. Der neue KI-Assistent, über den sich Designs im Gespräch erzeugen und ändern lassen, läuft als Beta und ist bislang nur für persönliche Konten freigegeben, nicht für Teams-, Enterprise- oder Education-Zugänge. (Stand September 2026)
Das ist kein Argument gegen die Werkzeuge, sondern eines für realistische Planung. Wer den Redaktionsplan auf eine Funktion stellt, die die eigene Sprache noch nicht kennt, baut auf Sand. Bei Adobe geht es schnell, deshalb lohnt sich vor dem Einsatz ein Blick in die aktuelle Dokumentation.
Adobe Express aus ChatGPT und Claude heraus
Seit diesem Jahr lässt sich Adobe Express auch von aussen ansteuern. Im August ist die Anbindung an ChatGPT dazugekommen, seit Ende April gibt es den Connector «Adobe for Creativity» in Claude.
Ich bin dieses Thema zuerst mit einer falschen Erwartung angegangen. Mein erster Gedanke war, dass ich dem Assistenten meine bestehenden Vorlagen vorlege und er damit weiterarbeitet. Das geht nicht. Was geht, ist der Weg davor: Ich hinterlege einmal die Vorgaben, also Grafiken, Texte, Farben und Schriftgrössen, und lasse daraus neue Entwürfe bauen, die in Adobe Express landen. Die Vorlage stammt am Ende nicht aus meinem Archiv, sie entsteht neu nach meinen Regeln. Für wiederkehrende Formate ist das brauchbarer, als ich zuerst dachte.
Ein typischer Ablauf: eine Story in drei Sprachen
Damit das nicht abstrakt bleibt, ein Ablauf aus dem Kurs, wie ihn Schweizer Marketingteams jede Woche brauchen.
Du wählst das Format Instagram Story und ziehst ein eigenes Foto hinein. Über die Schnellaktion stellst du den Hintergrund frei. Aus dem Brand Kit holst du Farbe und Schrift, damit der Beitrag aussieht wie dein Unternehmen und nicht wie eine Vorlage. Text darauf, eine Animation für den Einstieg, die deutsche Fassung steht.
Jetzt kommt der Teil, der die Zeit spart. Du duplizierst die Story und lässt den Text ins Französische und Italienische übersetzen, ohne das Layout zu verlassen. Die Schrift passt sich an, wo Zeichen fehlen oder der Platz eng wird. Danach die Formatanpassung: Aus der Story entstehen das quadratische Format für den Feed und das Querformat für LinkedIn. Zum Schluss legst du alle Fassungen im Content Scheduler auf ihre Termine.
Beim zweiten Durchgang speicherst du die Story als eigene Vorlage. Dann tauschst du nur noch Bild und Text aus. Der ganze Ablauf dauert Minuten statt eines halben Vormittags. Genau darin liegt der Unterschied zwischen einmal gestalten und laufend publizieren.
«Die vielen kleinen Funktionen machen den Unterschied»
|
Fazit zu Adobe Express aus der Sicht eines Mediengestalters
«In meinen Kursen erlebe ich selten, dass jemand überfordert ist. Häufiger passiert das Gegenteil: Jemand entdeckt eine Funktion, von der er nicht wusste, dass es sie gibt und rechnet im Kopf nach, wie viele Stunden ihm das im Jahr spart.
Adobe Express hat in den vergangenen zwei Jahren weniger an Tiefe gewonnen als an Breite. Dazu kommen die Schnittstellen zu den KI-Werkzeugen, die inzwischen weit über das Erzeugen von Bildern hinausgehen: Ein Layout lässt sich in drei Sprachen ausgeben, ein Video bekommt seine Untertitel automatisch und Entwürfe entstehen auf Wunsch aus einem Gespräch mit ChatGPT oder Claude heraus.
Für mich als Mediengestalter ersetzt Adobe Express keines der grossen Programme, und das soll es auch nicht. Es schliesst die Lücke dazwischen: zwischen der Grundlage, die ich gestalte und den vielen Varianten, die ein Marketingteam daraus jede Woche braucht. Genau dafür nutze ich es und genau dafür lohnt sich der Blick auf die Funktionen, die man noch nicht kennt.»Stefan Lamb, Mediengestalter und digicomp-Trainer im Bereich Adobe
Zielgruppe von Adobe Express
Adobe Express richtet sich an eine breite Zielgruppe, indem es verschiedene Bedürfnisse optimal vereint. Die selbsterklärenden Funktionen sind sowohl für Content-Creators als auch für Marketingfachleute ideal geeignet.
Marketingfachleute finden in Adobe Express zudem nützliche Hilfsfunktionen für den Alltag. Für Grafikfachleute und Mediengestaltende gibt es einen direkten Export von Adobe InDesign zu Adobe Express, was die Möglichkeit schafft, konsistente und optisch einheitliche Templates und Vorlagen für alle Beteiligten zu erstellen und eine effiziente Zusammenarbeit zu fördern.
Aber nicht nur: Durch eine Vielzahl an Designvorlagen richtet sich das Programm auch an Personen, die keine spezialisierten Kenntnisse im Bereich Grafik und Design haben, wodurch der Zugang zur kreativen Gestaltung stark vereinfacht wird.
Adobe Express selbst ausprobieren
Die Abläufe aus diesem Artikel lassen sich schlecht nur lesen. Im eintägigen Kurs «Social Media Content mit Adobe Express» baust du sie an deinem eigenen Material: deine Marke hinterlegen, wiederverwendbare Vorlagen anlegen, Video mit Untertiteln und am Ende ein Redaktionsplan, der gefüllt ist.
FAQ zu Adobe Express: «Das ideale Tool für schnelle Beiträge»Es sind noch nicht alle deine Fragen rund um Adobe Express beantwortet? Dann findest du im Blogbeitrag «FAQ zu Adobe Express» weitere nützliche Informationen zur All-in-one-Plattform. |
Es sind noch nicht alle deine Fragen rund um Adobe Express beantwortet? Dann findest du im Blogbeitrag «FAQ zu Adobe Express» weitere nützliche Informationen zur All-in-one-Plattform.