Prozessautomatisierung mit KI: «Die Neugierde ist entscheidend»
Wie können KMUs von Künstlicher Intelligenz (KI) profitieren und wie gelingt die KI-Adaption? Bernhard Zindel ist CTO bei b_smart (Hotelgruppe mit Self Check-in und Remote-Reception) und setzt sich bereits seit 2018 mit dem Thema «Künstliche Intelligenz» auseinander. Bernhard hat sich schon immer stark für Automatisierung und Digitalisierung eingesetzt, wobei kein Weg an KI vorbeiführte.
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Was bedeutet KI für dich?
KI ist für mich der Versuch, menschliche Intelligenz nachzubauen oder sogar zu übertreffen. Faktisch sind wir heute von der menschlichen Intelligenz aber noch weit entfernt. Wir reduzieren das riesige Feld der KI momentan oft nur auf Sprachmodelle. KI kann aber sehr viel mehr.
Sprachmodelle sind extrem gut darin, Bild, Text oder Voice zu interpretieren und zu generieren. Sie sind dennoch nur ein Tool – also ein Schritt von vielen innerhalb der Prozessautomatisierung.
Die KI ermöglicht heute Prozessautomatisierungen, die vor Jahren noch unmöglich waren. Meiner Meinung nach verschafft sie einzelnen Organisationen und Personen dadurch den entscheidenden Vorteil, besser zu sein und den Markt zu übertreffen.
Wie können KMUs von KI profitieren?
Wichtig ist insbesondere, dass du deine Prozesse im Griff hast, diese verstehst und weisst, was du tun musst. Der grosse Vorteil von KI ist ihre enorme Zugänglichkeit. KI-Modelle stehen allen offen und alle können sofort damit starten. Der Erfolg hängt nicht von Geld ab, sondern von der Neugierde, KI einsetzen zu wollen.
Wie gelingt die KI-Adaption in einem KMU?
Starten. Das kannst du schon relativ simpel tun, indem du beispielsweise Kurse besuchst.
📌 «Es gibt nichts Einfacheres und Effizienteres, als einfach loszulegen.»
Es gibt viele Kurse, die dir die Grundlagen vermitteln, um Prozessautomatisierungen mit KI selbst umzusetzen. Und frage Personen, du kannst sogar auf mich zukommen.
Was ist Vibe Coding und welche Vorteile/Risiken birgt es?
Vibe Coding ist ein superspannendes Tool, mit dem du innert weniger Tage ein komplettes Produkt entwickeln und testen kannst. Aber etwas plakativ ausgedrückt: Vibe Coding sollte man für Personen verbieten, die nicht vom Fach sind. Es besteht nämlich die grosse Gefahr, dass architektonische Grundlagen übersprungen werden. Dadurch können Produkte auf den Markt kommen, denen Grundlagen in der Softwareentwicklung fehlen. Dies kann zu Security-Risiken führen.
📌 «Vibe Coding ist supercool und supereffizient, für Personen, die es verstehen»
Welches Potenzial versteckt sich in Voicebots?
Voicebots sind für mich das meistunterschätzte Interface in der aktuellen KI-Diskussion. Ich bin davon überzeugt, dass in den nächsten drei Jahren massiv mehr mit Voice gemacht wird. Wer mit ChatGPT oder Claude arbeitet, kennt es: Das sprechen mit den Modellen funktioniert extrem gut. Und doch werden Voicebots von KMUs im professionellen Umfeld – wie beispielsweise der Telefonie oder im Kundendienst – noch sehr wenig eingesetzt. Erst grosse Firmen nutzen sie.
📌 «Ich wage sogar zu behaupten, dass man auf eine Eigenentwicklung setzen sollte, wenn man ein gewisses Volumen an Telefonen pro Tag hat».
Denn diese Modelle sind extrem zugänglich, ähnlich wie Anthropic oder OpenAI. Ich gehe davon aus, dass Firmen, die lediglich Standard-Telefondienstleistungen über Bots statt Eigenentwicklungen anbieten, in den nächsten Jahren wieder vom Markt verschwinden werden.
Q&AI Video mit Bernhard Zindel
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