IT-Architektur im KI-Wandel: Diese Fähigkeiten brauchst du
Architektinnen und Architekten gestalten mehr oder weniger komplexe Systeme. Aber was genau sind die Kernaufgaben in der IT-Architektur und welche Fähigkeiten sind dazu erforderlich? Insbesondere im Kontext der rasanten Entwicklungen rund um das Thema «Künstliche Intelligenz» verändert sich auch das Anforderungsprofil an (menschliche) Architektinnen und Architekten.
Was ist Architektur?
Basierend auf Definitionen von ISO und TOGAF® gehe ich von folgendem Verständnis aus:
📌Architektur: Eine formale Beschreibung der wesentlichen Komponenten eines Systems, deren Funktion und Beziehungen untereinander, sowie der begründeten Prinzipien und Richtlinien zur Gestaltung und Evolution des Systems.
Dabei spielt es keine Rolle, um welche Art von System es sich handelt. Es kann eine Mobile-App, eine Maschine, die IT-Infrastruktur eines Unternehmens, das Unternehmen selber, ein Gebäude, eine Stadt, eine ganze Nation oder sogar eine zweckdienliche Vereinigung mehrerer Nationen sein. Im Kontext der Informatik sind vor allem IT- und Unternehmensarchitekturen relevant.
In dieser Definition sind zwei wichtige Aspekte enthalten:
- Die Beschreibung des Systems aus einer substantiellen Flughöhe, d.h. es geht nicht um Details, sondern um das grosse Ganze. Dabei wird oft zwischen IST- und SOLL-Beschreibung unterschieden.
- Die Konzeption der Evolution des Systems. Diese ist wichtig, da sich die Realisation eines komplexen Systems meist über einen längeren Zeitraum erstreckt (die Sagrada Família in Barcelona etwa steht selbst 100 Jahre nach Gaudís Tod erst kurz vor der Vollendung).
Was tun IT-Architektinnen und Architekten?
Die Aufgabe von Architekturschaffenden ist es, Lösungen zu suchen und zu entwerfen, die alle relevanten Stakeholder (zumindest einigermassen) zufriedenstellen. Um diese Lösungen zu entwickeln, können sie neue Systeme schaffen oder Änderungen an bestehenden Systemen vornehmen.
Diese Hauptaufgabe lässt sich in die folgenden drei Teilaufgaben gliedern:
- Von den Nutzniessern des Systems diejenigen Bedürfnisse abholen, welche einen wesentlichen Einfluss auf die Struktur und Evolution des Systems haben.
- Sich mit bewährten und neuen Technologien auseinandersetzen, sodass deren Einsatzmöglichkeiten, aber auch Grenzen abgeschätzt werden können.
- Eine Struktur und Evolution des Systems entwerfen, sodass die Bedürfnisse der wesentlichen Nutzniesser über die ganze Lebensdauer des Systems ökonomisch adressierbar bleiben.
Was sind digitale Agenten?
Digitale Agenten sind eine Technologie aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI). Aber was ist KI überhaupt? Dazu verwende ich am liebsten eine Definition, die Elaine Rich bereits 1983 aufgestellt hat:
«Artificial intelligence is the study of how to make computers do things at which, at the moment, people are better.»
Es handelt sich dabei also um die Entwicklung und Evolution einer Technologie, die den kognitiven Fähigkeiten von Menschen «nacheifert». Mit anderen Worten: Es ist ein sogenanntes «moving target», welches sich gerade heute sehr rasch entwickelt. In der aktuellen Ausprägung werden unter Künstlicher Intelligenz hauptsächlich Chatbots oder (als nächste Evolutionsstufe) eben «digitale Agenten» verstanden:
- Chatbot: Ein Software-System, mit dem Menschen längere und tiefergehende Dialoge in natürlicher Sprache führen können. Das Ziel dabei ist die eigene Wissenserweiterung, um komplexe Probleme (fast) jeglicher Art lösen zu können.
- Digitaler Agent: Ein Software-System, dem Menschen komplexe Aufgaben (fast) jeglicher Art übertragen können und die der Agent dann (ggf. unter Zuhilfenahme weiterer Agenten) weitgehend selbständig, d.h. autonom löst.
Wie lassen sich digitale Agenten einsetzen?
Eine Kernaufgabe von IT-Architekt/innen ist es, neue Technologien wie digitale Agenten zu erkennen, richtig einzuschätzen und nutzbringend im eigenen Umfeld einzusetzen. Dabei lassen sich drei Ebenen unterscheiden:
- Ebene 1: Nutzung von digitalen Agenten, um Aufgaben des Architekturschaffenden zu vereinfachen. Dazu gehört das Recherchieren von Technologien und Produkten, die Durchführung von Reviews, die Erklärung komplexer Zusammenhänge, die Identifikation von Schwachstellen, das Entwerfen von Lösungen, die Evaluation von Varianten, etc.
- Ebene 2: Nutzung von digitalen Agenten, um Unternehmensaufgaben zu unterstützen oder zu automatisieren. Dazu gehört das Bereitstellen von Erkenntnissen aus komplexen Informationen, die Automatisierung von Fleissarbeiten, die (kreative) Weiterentwicklung des Geschäfts, etc.
- Ebene 3: Nutzung von digitalen Agenten, um das Leben von Unternehmenskund/innen und Partnerunternehmen zu vereinfachen: Dazu gehört die digitale Transformation, die Entwicklung smarter digitaler Zwillinge und autonomer Systeme, die Verantwortlichkeitsverschiebungen entsprechend verfügbarer Kompetenzen, etc.
Um diese Dienstleistungen erbringen zu können, bringen gute IT-Architektinnen und Architekten heute die folgenden Fähigkeiten mit:
Sie müssen…
- … die (fachlichen) Herausforderungen in ihrem Umfeld kennen und verstehen.
- … die Möglichkeiten und Grenzen von Technologie (insbesondere KI) kennen.
- … die Sprache von Auftraggebenden aber auch Technolog/innen sprechen.
- … neugierig und kreativ sein (im Teamwork mit KI).
- … die Ergebnisse der KI kritisch beurteilen und verantworten können.
- … einen Blick für das grosse Ganze haben (das kann die KI noch nicht so gut).
Wo lernt man das?
Passend zu diesen drei Ebenen und Fähigkeiten vermittelt der Lehrgang «CAS IT-Architektur» auch den Einsatz von KI. Damit werden angehende Architektinnen und Architekten befähigt, für ihr Unternehmen «Magisches» zu schaffen – ganz im Sinne von Arthur C. Clarke (1973): «Any sufficiently advanced technology is indistinguishable from magic».
P.S.: Dieser Artikel wurde von einer natürlichen Intelligenz erstellt und von einer künstlichen Intelligenz verbessert😉.