KI im Team nutzen: Wie Künstliche Intelligenz die Zusammenarbeit revolutioniert
Wie wird KI zur echten Chance für dein Team? Sarah Levy, Head Swiss AI Platform bei Swisscom, erklärt im Interview, wie ihr durch KI-Transformation Wissen skalierbar macht und die Produktivität steigert. Erfahre, warum erfolgreiche Projekte beim Problem starten und warum der Mensch trotz Automatisierung unersetzlich bleibt.
Sarah, wie wird KI zur Chance fürs Team?
Sarah Levy: KI sehe ich vor allem dort als Chance für das Team, dass die Zusammenarbeit erleichtert wird. Dort gibt es bei mir aus dem Alltag persönlich ein zentrales Beispiel: Nämlich den Zugang zu Wissen. Und zwar kann man nun viel einfacher Gesamtteamwissen zugänglich machen, anstatt dass das Wissen einfach auf den einzelnen Mensch oder Mitarbeitenden verankert ist. Das reduziert Abhängigkeiten, aber auch den Abstimmungsaufwand. Also konkret: Wissen skalierbar im Team zur Verfügung stellen, hilft.

Als Swisscom dürfen wir Unternehmen seit Jahren in ihrer KI-Transformation begleiten. Wir haben festgestellt, dass es tatsächlich ein paar Erfolgsfaktoren gibt: Erfolgreiche KI-Projekte starten selten bei der Technologie, sondern beim Problem. Es lohnt sich, eine klare Zielfestlegung zu machen und zu überlegen: Wie messe ich, ob es überhaupt funktioniert?
Wenn dies festgelegt ist, geht es darum, ein sauberes Fundament zu legen, Daten, aber auch Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten zu klären. Ich sage immer: KI ohne Governance ist wie ein schnell fahrendes Fahrzeug, beeindruckend in der Geschwindigkeit, aber nicht sehr nachhaltig. Also zusammengefasst: Früh anfangen, schnell lernen, gezielt skalieren und den Menschen immer im Fokus behalten.
Überholen nun KMUs grosse Konzerne, wenn es um AI geht?
Sarah Levy: Ich glaube, das kann man pauschal so nicht sagen. KMUs sind sehr nahe am Geschäft, sie haben kurze Entscheidungswege und setzen oftmals schneller um. Darum: Wenn sich ein KMU gezielt einen Use Case auswählt, welcher positive Auswirkungen direkt auf das Kerngeschäft hat, kann man mit bescheidenem Aufwand auch schnell Erfolge erzielen. Am Anfang jeder KI-Reise steht die Auseinandersetzung mit dem Thema und die Lernbereitschaft durch die gesamte Organisation.
📌«KI bedeutet: In der gleichen Zeit mehr Leistung erbringen können – das ist ein definitiver Karriere-Support.»
Ist AI ein Karriereboost?
Sarah Levy: Wer KI im Arbeitsalltag sinnvoll einsetzt, der ist messbar produktiver. Wer Präsentationen, Konzepte oder E-Mails KI-unterstützt vorbereitet, der fängt nicht bei der weissen Seite an, sondern kann sich auf den Feinschliff fokussieren. Andere Beispiele sind Meeting-Zusammenfassungen oder die Strukturierung von To-Dos. Insgesamt spart das in der Woche mehrere Stunden. Konkret heisst das: In der gleichen Zeit kann ich einfach mehr Leistung erbringen. Ich glaube, alle diese Beispiele zeigen doch, dass KI die Karriere definitiv unterstützen kann.
Was macht uns als Mensch unersetzlich, egal wie smart die KI noch wird?
Sarah Levy: Die Werkzeuge von uns Menschen haben sich in der Geschichte immer wieder verändert. Früher hat man mit Stein und Meissel geschrieben, dann kamen Papier und Stift und irgendwann der Computer. Heute haben wir KI. Gedacht und geschrieben hat aber immer der Mensch. Und heute zum Beispiel, da denkt und schreibt auch die KI.
📌«Die KI generiert zwar Vorschläge, aber wenn es schiefläuft, steht sie nicht gerade. Wir Menschen müssen in der Verantwortung bleiben.»
Und trotzdem bin ich überzeugt, dass der Mensch in ganz vielen Bereichen unersetzlich bleibt. Ich glaube vorwiegend dort, wo es um Urteilskraft, Verantwortung und Zwischenmenschliches geht. Ich denke hier beispielsweise: Die KI, die zwar Vorschläge und Inhalt generiert, aber wenn es schiefläuft, steht sie nicht gerade. Wir Menschen müssen darum in der Verantwortung bleiben.
Über Sarah Levy: Sarah Levy ist Head Swiss AI Plattform bei Swisscom und unterstützt Unternehmen dabei, das Potenzial von Künstlicher Intelligenz nachhaltig und sicher zu nutzen.